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Kristine Heilmann

Kristine Heilmann

Umstellung von Assessment zu Development Centern

Ein Blick auf die Entwicklung von Talent Management-Instrumenten bei unseren Kunden legt den Schluss nahe: AC sind out, DC sind in. Viele Unternehmen stellen den Prozess der Potenzialanalyse und –validierung um: Assessment Center mit Selektionscharakter („Auswahl-ACs“) werden durch Development Center ersetzt, die den Fokus auf Entwicklung und Lernen ausrichten.

Dies ist einerseits eine ausgesprochen begrüßenswerte Tendenz, denn Development Center sind für Teilnehmer eine bereichernde Lernerfahrung; Prüfungsdruck wird kaum empfunden. Dafür müssen DCs entsprechend gestaltet werden, z.B. Trainingssequenzen, Selbstreflektionsmöglichkeiten, detailliertes und wertschätzendes Feedback enthalten und die Möglichkeit bieten, die eigenen Entwicklungs- und Karrierewünsche einzubringen. Je mehr das DC die offene und vertrauensvolle Mitarbeit der Kandidaten an ihren eigenen DC-Ergebnissen zulässt, desto höher werden die Akzeptanz des Verfahrens und die Qualität der Ergebnisse ausfallen.
Andererseits kann ein solcherart konsequent auf Entwicklung und offene Mitarbeit ausgerichtetes Development Center nicht mehr als Selektionsinstrument fungieren: Werden aus den Ergebnissen weitreichende Karriereentscheidungen abgeleitet, ist die Bereitschaft der Kandidaten, z.B. in einem Interview eigene Lernfelder zu offenbaren, naturgemäß eingeschränkt.

Daher muss bei einer Umstellung vom AC-zum DC-Ansatz der gesamte Prozess der Potenzialanalyse und –validierung revidiert werden: Wo werden künftig die Entscheidungen über Potenzial für weiterführende Aufgaben bzw. Besetzung von Positionen gefällt? An welcher Stelle im Prozess wird das Development Center durchgeführt? Wer bekommt die Ergebnisse und was wird damit gemacht?
Transparenz über diese Fragen ist unabdingbar für die erfolgreiche Implementierung eines Development Centers.

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1 Kommentar zu „Umstellung von Assessment zu Development Centern“

  1. Anke Terörde-Wilde
    Anke Terörde-Wilde

    Stimmt. Die Erfahrung (in sehr unterschiedlichen Unternehmen und Branchen) zeigt mir immer wieder: Die Umstellung von AC auf DC ist in besonderem Maße eine Frage der (Unternehmens-)Kultur und der Prozess der Implementierung und die Kommunikation sind entscheidende Erfolgsfaktoren. Wenn auf einem Verfahren Development Center „drauf steht“ und es eigentlich als Tool zur Personalauswahl benutzt wird, verlieren Unternehmen an Glaubwürdigkeit. Da hilft letztendlich nur, von vornherein einen „Blick fürs Ganze“ zu haben. Wo braucht es diagnostische Verfahren als Basis für Personalentscheidungen? Wo braucht es reine Entwicklungsverfahren? Und wie greifen die verschiedenen Tools im Rahmen des Talent Managements ineinander?

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