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Persönlichkeitsfragebogen – unterschätzte Informationsquelle

Autor: Dennis Beermann

Anders als in der Forschung werden Persönlichkeitsfragebogen in der Praxis nicht immer geschätzt, vielfach jedoch unterschätzt. Zahlreiche Forschungsarbeiten der letzten Jahre, zeigen, warum und unter welchen Bedingungen sich Persönlichkeitsfragebogen für die Personalarbeit eignen:

  • Persönlichkeitsfragen liefern gute Prognosen für Berufserfolg, Zufriedenheit am Arbeitsplatz und Commitment für das Unternehmen. Als Ergänzung zu kognitiven Leistungstests sind sie besonders nützlich. Dies zeigen mehrere Metaanalysen der letzten zwanzig Jahre.
  • Das Problem der Verfälschbarkeit ist weitaus geringer als angenommen. Völlig ignoriert werden – wie einige Forscher vorschlagen – sollte es nicht. Vielmehr sind Auswertungen hilfreich, mit denen die Antwortmuster auf Verfälschungen untersucht werden können.
  • Dass Verfahren, die schmale Eigenschaftsfacetten messen, bessere Vorhersagen leisten als solche, die breite Dimensionen erfassen, ist seit der Jahrtausendwende Konsens in der Wissenschaft.
  • Weiter steigern lässt sich die Vorhersagekraft, wenn durch Anforderungsanalysen und psychologisch-diagnostisches Know-how für einen bestimmten Anwendungszweck zu erfassende Eigenschaften passgenau ermittelt werden.
  • Die Prognosekraft lässt sich auch steigern, indem ein Persönlichkeitsfragebogen explizit auf den Arbeitsalltag ausgerichtet wird. Besonders erfolgversprechend sind Verfahren, die sich an Kompetenzmodellen und aktuellen Modellen zur Beschreibung der Persönlichkeit orientieren.

Fazit: Persönlichkeitstests können zum Erfolg bei der Personalauswahl und der Potenzialerkennung beitragen und gute Vorhersagen von Berufserfolg leisten. Dafür sollten sie Anforderungsbezug aufweisen, am Arbeitsalltag ausgerichtet werden und an Kompetenzmodellen orientiert sein. Literaturempfehlungen: Hough, L. M., Eaton, N. K., Dunnette, M. D., Kamp, J. D., & McCloy, R. A. (1990). Criterion-related validities of personality constructs and the effect of response distortion on those validities. Journal of Applied Psychology, 75(5), 581. Marcus, B. (2003). Persönlichkeitstests in der Personalauswahl. Zeitschrift für Psychologie, 211(3), 138-148. Rothstein, M. G., & Goffin, R. D. (2006). The use of personality measures in personnel selection: what does current research support?. Human Resource Management Review, 16(2), 155-180.

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1 Kommentar zu „Persönlichkeitsfragebogen – unterschätzte Informationsquelle“

  1. Luisa Bergholz

    Stimmt, der Nutzen von Persönlichkeitstests wird sehr häufig unterschätzt! Dabei können sie als Ergänzung zu Leistungstests Berufserfolg mindestens genauso gut vorhersagen wie Interviews – und sind dabei wesentlich ökonomischer. Das Personality Structure Assessment ITB-PESA kann in der Online-Variante beispielsweise auch einfach von Zuhause aus bearbeitet werden.

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