Enger Austausch auch aus dem Homeoffice ist wichtig
Luisa Bergholz

Luisa Bergholz

Experten diskutieren beim HR-Coffee über die aktuelle Corona-Situation – ein Erfahrungsbericht

Das Corona-Virus stellt uns alle gerade vor völlig neue Herausforderungen. Wir haben uns gefragt, wie wir einen Beitrag dazu leisten können, diesen Herausforderungen gut zu begegnen, und haben kurzerhand das „HR-Coffee“ ins Leben gerufen: Eine virtuelle Austauschplattform, um HR-Experten unternehmensübergreifend miteinander in Kontakt zu bringen.

Intensiver und fokussierter Austausch nach dem Lean-Coffee Format

Wir orientieren uns beim HR-Coffee an dem agilen Format des Lean Coffee: Nach einer kurzen Vorstellungsrunde sammeln wir zu Beginn die Fragen und Themen, die die Teilnehmer derzeit bewegen. Gemeinsam stimmen wir darüber ab, über welche Themen wir uns austauschen möchten. Zu dem Thema mit den meisten Stimmen tauschen wir uns 15 Minuten aus. Danach entscheiden wir gemeinsam, ob wir weitere 5 Minuten dazu diskutieren möchten. Anschließend widmen wir uns auf gleiche Weise dem Thema mit den zweitmeisten Stimmen. Und das so lange, bis die Zeit abgelaufen ist. So können wir in den einstündigen Treffen jeweils zwei bis drei Themen diskutieren.

Wie der Name schon signalisiert, finden die Treffen in einer lockeren Atmosphäre statt, wie in einem Café. Und während wir uns angeregt über verschiedene HR-Themen austauschen, sind auch durchs Bild laufende Kinder oder Haustiere völlig in Ordnung. 

HR-Experten wünschen sich unternehmensübergreifenden Austausch

Unserer Einladung zum HR-Coffee sind HR-Mitarbeitende ganz unterschiedlicher Branchen und HR-Bereiche (Azubi-Auswahl, Führungskräfteentwicklung, Trainer, Recruiter…) gefolgt. Die offene Diskussion, das Einbringen der unterschiedlichen Blickwinkel und das gegenseitige Teilen von Erfahrungen, Wissen und Lösungsideen wurde von allen Teilnehmern als sehr wertvoll wahrgenommen. Und ebenfalls nicht zu vernachlässigen: Es tut gut zu sehen, dass andere gerade mit ganz ähnlichen Themen konfrontiert sind und auch nicht direkt auf alles eine passende Antwort haben.

Direkt beim ersten Treffen bekam die Fragestellung: „Wie können wir uns gegenseitig unternehmensübergreifend unterstützen?“ die stärkste Resonanz. Gerade jetzt, wo Zeit und Geld häufig knapp sind, bietet der unternehmensübergreifende Austausch sehr viele Chancen. Wenn alle gerade mit der Frage beschäftigt sind, wie sie beispielsweise Arbeitszeitregelungen flexibler handhaben können, ihre Auswahlverfahren online abbilden können oder Mitarbeiter beim Arbeiten im Home-Office unterstützen können, dann braucht nicht jeder “sein“ Rad neu zu erfinden.

Die Lösung? Wir haben einen gemeinsamen Online-Themenspeicher eröffnet, den wir gemeinsam mit aufkommenden Fragestellungen/Themen und unsere Erfahrungen und Ideen befüllen. Jeder HR-Coffee-Gast erhält einen Zugang dazu.

Fokus auf die Chancen: Unkonventionelle Lösungen sind gerade möglich und gefragt

Aktuelle Fragen von HRlern sind u.a. diese:

  • Wie kann HR jetzt einen Mehrwert schaffen?
  • Präsenzveranstaltungen werden alle abgesagt. Wie lassen sich Auswahlverfahren und Entwicklungsangebote online abbilden?
  • Geschäftsleitungen streichen die Gelder für alles, was nicht „überlebensnotwendig“ ist – darunter fallen häufig viele der Personalentwicklungsangebote.
  • Führungskräfte sind plötzlich mit Herausforderungen wie virtueller Führung, Kommunikation in unsicheren Zeiten konfrontiert und stehen unter hohem Druck.
  • Mitarbeiter haben gerade ganz unterschiedliche Lebenssituationen und damit einhergehende Bedürfnisse: Eltern stehen unter der Doppelbelastung von Home-Schooling und Arbeiten, alleine wohnende Mitarbeiter fühlen sich einsam. Es braucht Formate, in denen auch emotionale Themen Platz haben.
  • Online-Konferenzen erfordern mehr Konzentration als Präsenztermine und führen zu schnellerer Ermüdung. Es braucht neue Regelungen für Erholungszeiten und interaktivere Formate.
  • Erwartung an HR, die nun relevanten Kompetenzen, z. B. digitale Kompetenz, kurzfristig bei den Mitarbeitern zu entwickeln.
  • Wie kann der menschliche Faktor bei aller Digitalisierung von HR-Angeboten aufrechterhalten werden?
  • Auch wenn nun alle digital arbeiten möchten, ist die IT-Infrastruktur zum Teil noch gar nicht darauf ausgelegt.

Einige Best Practices, die geteilt wurden:

  • Fokussieren: Bei allem, was wir gerade tun, sollten wir uns fragen, was wirklich essenziell ist, und alles andere weglassen.
  • Einfach machen: Gerade ist schnelles Handeln gefragt und gleichzeitig können wir Neues und Unkonventionelles ausprobieren. Also, einfach machen!
  • Mehr Aufgeschlossenheit: Kunden (interne und externe), Mitarbeiter und Entscheider zeigen sich offen für neue und ungewöhnliche Angebote oder Impulse.
  • Kollegiales Lernen: Wenn Mitarbeiter im Moment mehr Zeit haben und gleichzeitig finanzielle Ressourcen fehlen, ist dies eine tolle Möglichkeit für kollegiales Lernen. Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen können sich z. B. gegenseitig ihre Arbeit zeigen. Dies führt zu einer verbesserten Schnittstellenkommunikation.
  • Jetzt rekrutieren: In Veränderungszeiten stellen Menschen sich vermehrt die Frage, was sie eigentlich im Leben möchten. Dies ist eine gute Gelegenheit, potenzielle Interessenten auf das eigene Unternehmen aufmerksam zu machen.
  • Informeller Austausch: Viele haben momentan ein hohes Bedürfnis nach Austausch – gerade wenn der Großteil des Teams im Home-Office ist. Für das Zusammengehörigkeitsgefühl helfen tägliche kurze Feelgood-Meetings, die aktive Nutzung von Chat-Tools oder auch Verabredungen zum gemeinsamen virtuellen Mittagessen.
  • Online-Trainings und -Coachings: Viele haben bereits sehr gute Erfahrungen damit gemacht, kurze Lerneinheiten (2-3 Std.) als Online-Trainings durchzuführen oder Coachings für Mitarbeiter online anzubieten.
  • Achtsamkeit fördern: HR ist jetzt besonders gefragt darin, die Mitarbeiter in ihrer Selbstfürsorge zu unterstützen (und Führungskräfte in ihrer Fürsorgepflicht). Dabei helfen regelmäßige Impulse zu Achtsamkeit, positiver Psychologie und Resilienz ebenso wie teamweite Fokuszeiten, in denen keine Meetings stattfinden und alle konzentriert arbeiten können.

Bei allen Sorgen und Unsicherheiten lag der Fokus in den Diskussionen auf den Chancen und Möglichkeiten, die die aktuelle Situation bietet.

Diskutieren Sie mit uns!

Möchten Sie beim nächsten HR-Coffee dabei sein? Dann schreiben Sie uns einfach eine E-Mail mit Ihrem Namen an hr-coffee@itb-admin.de. Mit Ihrer Anmeldung zum HR-Coffee melden Sie sich zudem für unseren Newsletter an, über den Sie regelmäßig von uns über aktuelle Themen informiert werden. Wenden Sie sich bei Fragen gerne an Luisa Bergholz (luisa.bergholz@itb-consulting.de)

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