Nutzungsmodelle für Ergebnisse eines fachspezifischen Studierfähigkeitstests in der Auswahl von Studierenden

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Testverfahren für die Auswahl von Studierenden zu nutzen. Sechs Modelle, die sich in der Praxis bewährt haben, werden im Folgenden skizziert. Die ITB Consulting berät gerne bei der Gestaltung des gesamten Auswahlverfahrens.

  • Modell 1: Einfaches Gewichtungsmodell
    Bei der Zulassung werden das Testergebnis und die Abschlussnote (z. B. Abiturnote, Bachelornote) gewichtet (z. B. 40:60) und bilden eine Gesamtnote für die Bewerbung. Vorteile dieses Modells sind Einfachheit, Transparenz und hohe Prognosekraft - in empirischen Studien wurde mehrfach nachgewiesen, dass eine möglichst ausgeglichene Gewichtung von Abschlussnoten und Testergebnissen die höchste Prognosekraft hat.
  • Modell 2: Differenziertes BonusmodellTaschenrechner
    Bei der Entscheidung über die Zulassung werden mehrere Kriterien mit unterschiedlichen Gewichten berücksichtigt: Neben der Abschlussnote und Testergebnissen können beispielsweise Sprachkenntnisse, Berufserfahrung, Praktika, Auslandsaufenthalte oder besonderes Engagement einbezogen werden. Der Vorteil eines solchen Modells besteht darin, dass auch "weiche" Kriterien berücksichtigt werden können.
  • Modell 3: Quotenmodell
    Ein Teil der Studienplätze (z. B. 20 Prozent) wird an die Bewerber mit der besten Abschlussnote vergeben. Für die übrigen Plätze wird unter den Bewerbern eine Rangreihe gebildet, wobei Abschlussnote und Testergebnis wie im einfachen Gewichtungsmodell kombiniert werden. Der Vorteil eines solchen Modells besteht darin, dass Personen mit sehr guten Abschlussnoten auch ohne Teilnahme am Test einen Studienplatz bekommen können und der Test weniger stark als "verpflichtend" wahrgenommen wird.
  • Modell 4: Einfaches Bonusmodell
    Bewerber, die ein gutes Testergebnis vorweisen können, bekommen einen Bonus auf der Abschlussnote. Wenn man beispielsweise zur besseren Hälfte der Testteilnehmer gehört, gibt es einen Bonus von 0.3 auf die Abschlussnote, gehört man zum besten Viertel, gibt es sogar einen Bonus von 0.6. Ein solches Modell stellt sicher, dass Bewerber mit guten Abschlussnoten auch ohne Teilnahme am Test gute Chancen auf einen Studienplatz haben. Der Test ist nicht verpflichtend und kann freiwillig zur Chancenverbesserung genutzt werden, was v.a. Absolventen von Schulen oder Hochschulen mit strenger Notenvergabepraxis entgegenkommt.
  • Modell 5: Cut-off-Modell
    Das Erreichen eines bestimmten Ergebnisses im Test (z. B. eines Standardwerts von 100  oder höher) ist eine obligatorische Zulassungsvoraussetzung. Cut-off-Modelle kommen häufig bei der Verwendung amerikanischer Tests - auch in Deutschland - zum Einsatz. Ein Vorteil wird darin gesehen, dass man einen "Mindeststandard" setzt und dadurch sicherstellt, dass sich nur Personen bewerben, die über bestimmte kognitive Fähigkeiten verfügen. Außerdem senkt diese Praxis die Zahl der Bewerber und damit den Verwaltungsaufwand.
  • Modell 6: Gewinnung der besten BewerberPersonalentwicklung
    Diejenigen, die eine besonders gute Kombination aus der Abschlussnote und Testergebnis mitbringen, erhalten bestimmte Vergünstigungen (z. B. Stipendien, Rückerstattung des Teilnahmeentgelts, Befreiung von Studiengebühren, …). Die Berücksichtigung von Testergebnissen bei der Vergabe von Stipendien wird von Hochschulen bislang nur in seltenen Fällen praktiziert. Stiftungen hingegen, wie die Studienstiftung des deutschen Volkes, setzen im Rahmen der Auswahl von Stipendiaten unter anderem auf Tests. Der Vorteil eines solchen Modells liegt darin, dass besonders begabte Studierende zur Bewerbung an der betreffenden Hochschule ermutigt werden.

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News

Drei Studien von ITB zur Auswahl von Studierenden in 2018 veröffentlicht:

  • Stegt, S. J. & Bergholz, L. (2018). Vorhersage des Studienerfolgs in konsekutiven Masterstudiengängen mithilfe eines kognitiven Eignungstests. Hochschulmanagement, 13(4), 101-107.

ITB bietet nun auch einen Studierfähigkeitstest für Bachelorstudiengänge in den MINT-Fächern (BT-MINT) nach dem Full-Service-Modell an. Mehr dazu hier…

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 19.12.2017 zur Vergabe knapper Studienplätze stärkt die Bedeutung von Studierfähigkeitstests: In den Leitsätzen des Urteils werden eine Orientierung am Kriterium der Eignung und die Verwendung weiterer Auswahlkriterien, die strukturiert und standardisiert sein sollen, neben den Noten der Hochschulzugangsberechtigung gefordert. Die fachspezifischen Studierfähigkeitstests von ITB erfüllen diese Forderungen in besonderem Maße.

Das neue Portal itb-academic-tests.org bietet einen umfassenden Überblick über Studierfähigkeitstests der ITB Consulting zu allen Studienrichtungen.

Seit 2018 bietet die Studienstiftung des deutschen Volkes begabten Studierenden mit Fluchthintergrund einen neuen Zugangsweg an: Studierende, die sich mit sehr guten Leistungen im von ITB entwickelten TestAS für Flüchtlinge oder im INTEGRA-Programm des DAAD ausgezeichnet haben, werden zu einem Auswahlseminar eingeladen. Im Rahmen dieses Auswahlseminars bearbeiten sie eine modifizierte Version des Auswahltests. Die modifizierte Version wird ebenfalls von der ITB Consulting entwickelt.

 

 

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ITB lädt Sie dazu ein, neue Assessment-Module und Testverfahren online zu erproben.

Senden Sie dafür bitte eine E-Mail mit dem Betreff "Tests" an testpanel@itb-consulting.de. Wir informieren Sie per E-Mail über die nächste Möglichkeit zur Teilnahme.

Ihr Kontakt

 

Dr. Stephan Stegt, Gesellschafter der ITB Consulting

 
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