TMS im Corona-Jahr

Der Test für medizinische Studiengänge im Corona Jahr – challenge accepted.

Seit 2007 ist der Test für Medizinische Studiengänge (TMS) ein entscheidendes Kriterium im Auswahlverfahren der Hochschulen. 36 medizinische Fakultäten in Deutschland berücksichtigen die Leistungen im TMS bei der Vergabe von Studienplätzen der Humanmedizin, bei der Vergabe von Studienplätzen der Zahnmedizin sind es 28 Fakultäten. Auch die Pharmazie in Leipzig und die Molekulare Medizin in Ulm setzen den TMS ein, genauso wie zahlreiche Landarztquoten der Bundesländer. Rund 13.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben in diesem Jahr an vier Testtagen und unter strengen Hygienevorschriften ihr Bestes, um mit einem guten TMS-Ergebnis ihre Chancen auf einen der begehrten Studienplätze zu erhöhen.

Damit ist der TMS der größte fachspezifische Studierfähigkeitstest im deutschsprachigen Raum. Die dafür nötige Logistik war auch dieses Jahr wieder enorm: Das ca. 10 Tonnen schwere Testmaterial hat gut bewacht insgesamt mehr als 70 000 km zurückgelegt. Dass wir dieses Mammut-Projekt auch im Jahr 2020 unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie stemmen konnten, war keine Selbstverständlichkeit. Ich bin stolz auf das gesamte Team hinter dem TMS! Möglich wurde das Projekt außerdem dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle in Heidelberg sowie der Stiftung für Hochschulzulassung.

Fachspezifische Fähigkeiten statt Wissensabfrage

Im TMS wird nicht einfach Wissen abgefragt. Der Test besteht aus 9 unterschiedlichen Aufgabengruppen, mit denen Merkfähigkeit, logisches Schlussfolgern und Konzentration geprüft werden. Die Aufgaben sind nachweislich geeignet, um eine sehr gute Vorhersage über den Erfolg im Medizinstudium zu treffen. Damit ist der TMS für die Hochschulen ein effizientes Instrument, um leistungsfähige Studierende zu finden, und das unabhängig von der Abiturnote

Die TMS-Hochschulen beauftragen die zentrale TMS-Koordinationsstelle, die an der Medizinischen Fakultät Heidelberg angesiedelt ist, mit der Organisation und Koordination des TMS. Unsere Aufgaben sind die Entwicklung und Auswertung des TMS im Auftrag der Koordinationsstelle. In jedem Jahr erstellen wir neue Aufgaben, drucken die Testhefte, übernehmen die Logistik des Testmaterials, werten den Test aus und überprüfen schließlich die Testgüte. Neue Aufgaben entstehen mit Hilfe Medizinern und Naturwissenschaftlern, die die fachliche Richtigkeit der Inhalte überwachen.

TMS Das Team packt das Testmaterial
Das ganze Team packt mit an, um die enorme Logistik hinter dem TMS zu stemmen.

Schon unter normalen Umständen bedeutet das einen enormen Aufwand. In diesem Jahr jedoch gab es statt einem gleich vier Testtermine. Diese Erweiterung war nötig, um die Einhaltung der Hygienevorschriften zu gewährleisten. Alle Beteiligten mussten die gesamte Logistik hinter dem Test für medizinische Studiengänge umplanen und neu organisieren. Auf einmal waren vier verschiedene Testversionen nötig, die wir erst mal erstellen mussten. Dabei kam es auf große Schnelligkeit an, ohne Einbußen bei der Qualität des TMS in Kauf zu nehmen. Und natürlich musste der Transport dieser enormen Materialmengen zu den Zielorten koordiniert werden – eine große Herausforderung.

Gute Studierende können gute Ärzte und Ärztinnen werden.

„Der Test kann ja gar nicht vorhersagen, ob aus den Studierenden gute Ärzte und Ärztinnen werden“ ist eine häufig geübte und zutreffende Kritik. Ein erfolgreich abgeschlossenes Studium ist und bleibt aber nun mal der erste und wichtigste Schritt zum guten Arzt und zur guten Ärztin. An dieser Stelle ist der TMS ein valides, reliables und ökonomisches Instrument. In anderen Projekten arbeiten wir kontinuierlich an der Entwicklung von ergänzenden Verfahren, bei denen die soziale Kompetenz von Bewerberinnen und Bewerbern im Fokus steht. Kluge Köpfe und empathische Menschen sind auch in unseren Augen die Ärzte und Ärztinnen von Morgen.

Dieser Überzeugung folgend optimieren wir den Test für medizinische Studiengänge ständig weiter. Unter anderem planen wir im Jahr 2021 von vornherein vier Testtermine ein, um das Verfahren noch flexibler zu gestalten und den aktuellen Begebenheiten anzupassen.

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