Performance UND Zufriedenheit steigern: Erfolgsfaktor Führung

Führung heute ist schwerer – und wichtiger

Wenn sich Prioritäten und Rahmenbedingungen laufend verschieben, wird Führung zum entscheidenden Orientierungspunkt. Die Anforderungen an Führung haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Hybride Arbeitsmodelle, digitale Zusammenarbeit über Standorte hinweg und eine insgesamt höhere Veränderungsgeschwindigkeit prägen den Arbeitsalltag vieler Organisationen. Gleichzeitig nehmen Komplexität und Dynamik zu – unter anderem durch globale Wertschöpfungsketten, neue Technologien und einen anhaltenden Fachkräftemangel. Zusätzlich ändern sich die Erwartungen vieler Mitarbeitenden an Arbeit: Neben fairen Rahmenbedingungen rücken Themen wie Sinn, Entwicklung, Beteiligung und „als Mensch gesehen werden“ stärker in den Vordergrund.

Diese veränderten Rahmenbedingungen wirken direkt in die Teams hinein: Zusammenarbeit findet häufiger asynchron, in wechselnden Konstellationen und über verschiedene Kommunikationskanäle statt. Abstimmungen werden kleinteiliger, Schnittstellen zahlreicher – und dort, wo früher informeller Austausch im Büro entstand, braucht es heute sehr viel stärker Kommunikation und verlässliche Entscheidungswege.

Für Führungskräfte hat das spürbare Konsequenzen. Führung muss Orientierung geben, ohne zu übersteuern – und Vertrauen schaffen, auch wenn Leistung und Zusammenarbeit weniger über Anwesenheit, sondern stärker über Ergebnisse, Verlässlichkeit und klare Absprachen erlebbar werden. Kommunikation mit dem Team und in die Organisation wird damit zur Schlüsselkompetenz in einem Arbeitsumfeld, das sich kontinuierlich verändert.

Auf diese Führungskompetenzen kommt es im Alltag an: Das ITB-Modell der Team-orientierten Führung

Ob transformationale, ethische, empowernde oder authentische Führung: In den letzten Jahrzehnten sind zahlreiche Führungsstile und Leadership-Ansätze entstanden – und die Tendenz ist weiterhin steigend. Bereits 2014 wurden in einer systematischen Übersichtsarbeit 66 verschiedene Führungsstile identifiziert (Dinh et al., 2014). Diese Ansätze liefern wertvolle Impulse, schaffen in der Praxis jedoch auch Unübersichtlichkeit: Viele Modelle überschneiden sich inhaltlich stark – hinter unterschiedlichen Begriffen stehen oft sehr ähnliche Grundprinzipien.

Die Folge für die Praxis: Führungskräfte und HR-Bereiche erleben einen „Führungsdschungel“ und sind sich unsicher, worauf es im Alltag wirklich ankommt. Um Führung in der heutigen Arbeitswelt gezielt weiterzuentwickeln, braucht es jedoch ein Führungsmodell, das zwei Dinge gleichzeitig leistet: Es muss Komplexität reduzieren und Führung so konkret beschreiben, dass sie direkt in wirksames Handeln im Führungsalltag übersetzt werden kann.

Vor diesem Hintergrund hat ITB das Modell der Team-orientierten Führung entwickelt. Die Leitfrage war:

„Wie lassen sich die zentralen Erkenntnisse moderner Führungsforschung so bündeln, dass daraus ein verständliches, praxisnahes und zugleich wissenschaftlich fundiertes Führungsverständnis entsteht?“

Das Ergebnis ist ein integratives Modell, das unter anderem folgende Führungsansätze in sich vereint: 

  • Transformationale Führung (Bass, 1990)
  • Ethische Führung (Brown et al., 2005)
  • Authentische Führung (Avolio et al., 2005)
  • Empowernde Führung (Amundsen & Martinsen, 2014)
  • Geteilte Führung (Pearce & Conger, 2003)
  • Positive Führung (Youssef-Morgan & Luthans, 2013)

Die fünf Kernkompetenzen im ITB-Führungsmodell

Das Modell besteht aus fünf Kernkompetenzen, die für eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Führung besonders wichtig sind: Ziele erreichen, Visionen vermitteln, Menschen mitnehmen, Teamspirit fördern und Werte leben. 

Ziele erreichen

Unter „Ziele erreichen“ wird die Fähigkeit verstanden, anspruchsvolle und zugleich klare Ziele zu definieren, sie verständlich im Team zu kommunizieren und die konsequente Umsetzung im Arbeitsalltag sicherzustellen. Im Vordergrund steht, Mitarbeitende zu motivieren, an der Erreichung geteilter Zielen mitzuwirken – zum Beispiel, indem die Führungskraft ihre Mitarbeitenden dazu ermutigt, neue Lösungswege zu entwickeln. Zusätzlich wird die Eigenständigkeit der Mitarbeitenden gefördert. Hierbei wird das gemeinsame Hinwirken auf die Ziele betont, zu dem jede:r einen Beitrag leisten kann. Dadurch übernehmen alle Verantwortung.

Visionen vermitteln

„Visionen vermitteln“ bedeutet, ein positives Bild der Zukunft greifbar zu machen, das Orientierung schafft und Mitarbeitende motiviert. Zentral dabei ist, dass die Führungskraft die Mitarbeitenden anregt, einen Sinn in ihrer Arbeit zu  erkennen, und sicherstellt, dass alle Teammitglieder wissen, warum die Ziele wichtig sind. Darüber hinaus zeigt die Führungskraft nachvollziehbar auf, wie die individuellen Leistungen der Teammitglieder zur Erreichung der übergeordneten Zielen beitragen. Dadurch werden Mitarbeitende dazu bewegt, aus eigenem Antrieb für das positive Zukunftsbild zu arbeiten.

Menschen mitnehmen

„Menschen mitnehmen“ steht für die Fähigkeit, die Bedürfnisse von Mitarbeitenden wahrzunehmen, sie individuell zu unterstützen und ihre Weiterentwicklung gezielt zu fördern. Dazu gehört auch, Mitarbeitende in wichtige Prozesse und Entscheidungen einzubinden, so dass sie an neuen Herausforderungen wachsen können. Dabei wird die Perspektive der Mitarbeitenden ernst genommen und wertgeschätzt. Die Führungskraft agiert als Mentor/-in und begleitet Mitarbeitende dabei, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.

Teamspirit fördern

„Teamspirit fördern“ bedeutet, ein kooperatives Arbeitsumfeld zu schaffen, das sich durch gemeinsame Verantwortung und ein positives Teamgefühl auszeichnet. Ein zentraler Aspekt ist hierbei die Autonomie des Teams, beispielsweise indem die Führungskraft Verantwortung teilt, Informationen weitergibt und somit Möglichkeiten zur Partizipation schafft. Außerdem arbeiten die Teammitglieder eng zusammen, um gemeinsam Entscheidungen zu treffen und Lösungen zu finden. Damit dies gelingt, ist ein unterstützendes und konstruktives Teamklima zentral, das Mitarbeitende zu Kooperation und Teamarbeit ermutigt.

Werte leben

Die Kompetenz „Werte leben“ beschreibt die Fähigkeit, ethische Grundsätze und die Werte der Organisation glaubwürdig zu verkörpern und im eigenen Handeln konsequent umzusetzen. Die Führungskraft richtet ihr Verhalten dabei an übergeordneten Werten und Prinzipien aus, wie z. B. Transparenz und Ehrlichkeit. Außerdem reflektiert sie ihr Verhalten und ist offen für Feedback.  Dadurch ist das Verhalten nicht nur fair und verlässlich – die Führungskraft ist weiterhin bereit, eigene Fehler anzuerkennen und ihr Verhalten zu ändern. Dadurch dient die Führungskraft als Vorbild, an dem die Mitarbeitenden ihr Verhalten orientieren.

Führungskompetenz messen mit dem ITB-LEAS

ITB-LEAS überführt das ITB‑Modell der Team-orientierten Führung in einen kompakten Onlinetest, mit dem sich Führungskompetenz präzise und zeiteffizient erfassen lässt. Der Test ist als Situational Judgement Test konzipiert und präsentiert typische Szenarien aus dem Führungsalltag inklusive verschiedener Handlungsoptionen. Pro Szenario stellt jeweils eine Handlungsoption das „beste“ Führungsverhalten im Sinne des zugrundeliegenden Modells dar. Die bearbeitende Person wählt diejenige Option, die das ihrer Meinung nach beste Verhalten im jeweiligen Szenario darstellt. Im Anschluss an die Bearbeitung erhalten die Teilnehmenden ein ausführliches Feedback mit Anhaltspunkten für die persönliche Weiterentwicklung.

Neben ausgewählten Kompetenzen aus dem ITB-Modell der Team-orientierten Führung wird zusätzlich mit der Skala „Veränderungen gestalten“ die Veränderungskompetenz erfasst – eine Fähigkeit, die in der dynamischen Arbeitswelt zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Der ITB-LEAS eignet sich für die folgenden Anwendungsfälle: 

  • Personalauswahl: In Recruiting-Prozessen und Assessment Centern spielt die Beurteilung der Führungskompetenz eine zentrale Rolle, insbesondere bei der Auswahl (angehender) Führungskräfte.
  • Personalentwicklung: In der Personalentwicklung, beispielsweise im Rahmen von Development Centern, dient der ITB-LEAS als Grundlage, um individuelle Stärken und Entwicklungspotenziale von (angehenden) Führungskräften sichtbar zu machen. Der differenzierte Ergebnisbericht ermöglicht eine passgenaue Ableitung von Entwicklungsmaßnahmen.
  • Self-Assessment: Als Self-Assessment oder in der Laufbahnberatung bietet der ITB-LEAS (angehenden) Führungskräften die Möglichkeit, ihre eigenen Kompetenzen zu reflektieren und mit den Anforderungen moderner Führung zu vergleichen. Die Teilnehmenden erhalten einen ausführlichen Ergebnisbericht, der ihre Stärken hervorhebt und Entwicklungspotenziale aufzeigt.

360°-Feedback auf Basis des ITB-Führungsmodells: Multiperspektivisches Führungsfeedback mit Substanz

Führung wirkt in unterschiedliche Richtungen – und wird je nach Perspektive des Gegenübers unterschiedlich wahrgenommen. Genau darin liegt die Stärke eines 360°-Feedbacks: Es geht über reine Selbstreflexion oder einzelne Einschätzungen hinaus und ergänzt das Selbstbild um strukturierte Rückmeldungen aus relevanten Perspektiven. Typischerweise fließen dabei Einschätzungen von Vorgesetzten, Kolleg:innen, Mitarbeitenden ein. So entsteht ein “Rundum-Bild“ – nicht als „Urteil“, sondern als Grundlage für gezielte Reflexion und Entwicklung.

Der Fokus des ITB 360°-Feedbacks liegt bewusst auf der gelebten Führungspraxis: Welche Verhaltensweisen zeigen sich in der Zusammenarbeit? Wie wird Führung in Veränderungssituationen erlebt? Wie gelingt Kommunikation, Orientierung und Steuerung im Team? Der zugrunde liegende Fragebogen basiert auf dem ITB-Führungsmodell und erfasst zentrale Führungskompetenzen systematisch.

Das 360°-Feedback wirkt auf vielen Ebenen: Feedbackempfangende profitieren von konstruktivem und differenziertem Feedback, die Ergebnisse können wie ein Katalysator auf die Team-Zusammenarbeit wirken, und die gesamte Organisation profitiert vom Austausch über gelebte Führung und einer heranwachsenden Feedbackkultur. Damit ist das 360°-Feedback ein strategisches HR-Instrument, das die Organisationskultur und die Performance der Mitarbeitenden gezielt beeinflusst.

Denn wenn Führung in der Organisation gezielt entwickelt werden soll, reicht eine Befragung allein nicht aus. Es braucht ein Modell, das moderne Anforderungen abbildet, Führung konkret beschreibt und Entwicklung strukturiert ermöglicht. Genau das leistet unsere ITB 360°-Feedback-Lösung: Sie verbindet ein praxiserprobtes Kompetenzmodell für Führung mit multiperspektivischem Feedback – und schafft damit eine belastbare Grundlage für wirksame, skalierbare Führungskräfteentwicklung.

Führung gezielt entwickeln – mit einem Modell und zwei praxiserprobten Lösungen

Wirksame Führung entsteht nicht durch den nächsten Trend, sondern durch die Klarheit darüber, welches Führungsverhalten im Alltag wirkt. Genau dafür steht das ITB-Führungsmodell. Mit dem ITB-LEAS Leadership Assessment und der ITB 360°-Feedback-Standardlösung erfassen Sie Führungskompetenzen strukturiert und schaffen eine belastbare Grundlage, um Entwicklung gezielt zu steuern – individuell und organisational.

Weiterführende Literatur

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