Transformationale Führung
Transformationale Führung beschreibt einen Führungsstil, der Mitarbeiter:innen mit ihren Bedürfnissen in den Fokus stellt. Dadurch werden Mitarbeitende weg von individuellen Zielen und Anreizen hin zu einer inneren Verbundenheit mit dem Unternehmen und entsprechend erhöhter Motivation geführt.
Bei der transformationalen Führung wird Arbeit nicht als reine Austauschbeziehung zwischen der Leistung des Mitarbeitenden auf der einen Seite und Gehalt, Lob und Anerkennung auf der anderen Seite verstanden. Stattdessen wird die Beziehung auf eine höhere Ebene gestellt (lat.: transformare – umformen, umgestalten). Dies geschieht, indem der Sinn der Arbeit durch die Führungskraft vermittelt wird und die Bedürfnisse des Mitarbeitenden beachtet werden. Außerdem werden die Mitarbeiter:innen angeregt, Annahmen zu hinterfragen und sich individuell weiterzuentwickeln. So kann die intrinsische Motivation gesteigert werden und zusätzliches Engagement entsteht.
Transformationale Führung setzt sich aus vier Unterbereichen zusammen, den 4 I:
- Idealized Influence: Die Führungskraft agiert als Vorbild für ihre Mitarbeiter:innen. Dadurch entsteht Respekt und Vertrauen gegenüber der Führungskraft.
- Inspirational Motivation: Mit einer inspirierenden Vision motiviert die Führungskraft ihre Mitarbeitenden, sich für Ziele einzusetzen und schafft Zuversicht, dass sie erreicht werden.
- Intellectual stimulation: Die Führungskraft regt ihre Mitarbeiter:innen an, Annahmen zu hinterfragen und kritisch mitzudenken. Dadurch entwickeln sie eigene Ideen, probieren Neues aus und tragen so zur Kreativität bei.
- Individualized consideration: Die Führungskraft behält den Einzelnen im Blick, achtet auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden und unterstützt sie in der individuellen Entwicklung.
Bei der transformationalen Führung handelt es sich um ein etabliertes Führungskonstrukt, das bereits in den 1980er Jahren von Bass entwickelt wurde. Bis heute wurde es in seinen Grundzügen beibehalten. Jedoch ist in den letzten Jahren auch Kritik bezüglich der theoretischen Fundierung und Messung laut geworden (z. B. van Knippenberg & Sitkin, 2013), entsprechend raten wir davon ab, nur auf transformationale Führung zu setzen. Stattdessen sollten sich Führungskräfte der Fülle an verschiedenen Führungsverhaltensweisen bewusst sein und ihr Verhalten der jeweiligen Situation und dem jeweiligen Mitarbeitenden anpassen (siehe auch Führungsstile).