Wertschätzendes Feedback: Führungsinstrument für Performance und Motivation 

Studien zeigen: Führungskräfte, die wertschätzen, führen erfolgreicher 

Empirische Studien untersuchen, wie Feedback das Wohlbefinden, Lernen und Leistung der Empfänger:innen beeinflusst. Berücksichtigt werden hierbei Aspekte wie Richtung (positiv/negativ), Genauigkeit und Häufigkeit. Ein Ergebnis besteht darin, dass die Art und Weise, wie Feedback formuliert wird, seine Wirkung signifikant beeinflusst. Eine positive Wirkung erzielt Feedback, das gezielt und differenziert eingesetzt wird – angepasst an Person und Kontext. Mangelnde Wertschätzung im Rahmen von Feedback hat jedoch potenziell negative Effekte: In rund 38 % der untersuchten Fälle führte Feedback zu schlechterer Leistung.  

Was ist „Wertschätzung“? 

Aktuell steht Wertschätzung als zentraler Aspekt von Feedback im Fokus. Viele praxisorientierte Leitfäden nennen sie als wichtigen Bestandteil von Feedback. Wörterbücher wie das Oxford Dictionary of English verstehen darunter die Anerkennung und Freude über positive Eigenschaften oder Leistungen einer Person – also einen Ausdruck von Bewunderung, Zustimmung oder Dankbarkeit.

Gemeinsam ist diesen Definitionen die positive Anerkennung einer Person und ihrer Leistungen. Eine formale, wissenschaftlich etablierte Definition von Wertschätzung am Arbeitsplatz liegt bislang nicht vor.

Wertschätzung hat viele Formen – Feedback macht sie sichtbar 

Feedback soll klar, spezifisch, nachvollziehbar und für die jeweilige Situation bedeutsam sein.  

Beispielhaft kann dies bedeuten, direktes, aufgabenbezogenes Feedback (task-spezifische Feedback) nach Abschluss eines Projekts bzw. einer Aufgabe zu geben, es an Kompetenz und Selbstvertrauen der einzelnen Lernenden anzupassen und konkrete Ziele sowie Verbesserungspunkte anzusprechen. Dieses sogenannte Situative Feedback basiert unter anderem auf der Situational Leadership Theory (Hersey & Blanchard, 1977). Basierend auf diesem Ansatz passt sich situatives Feedback der Aufgabe, der Kompetenz, Motivation und Verantwortungsbereitschaft der Mitarbeitenden oder Lernenden an. Es ist aufgabenrelevant, individuell und kontextbezogen und soll Lern- bzw. Entwicklungsinformationen enthalten, nicht nur ein allgemeines Lob.  

Wertschätzung: Mitarbeitende fühlen sich wertgeschätzt, wenn Feedback nicht nur allgemein ausfällt, sondern regelmäßig erfolgt und auf eine für sie persönlich bedeutsame Weise vermittelt wird. Dabei kann der Fokus entweder auf spezifischen Aufgaben liegen aber auch auf der Person selbst. Wertschätzung der Person bedeutet, konkrete Eigenschaften, Fähigkeiten oder Beiträge eines Menschen anzuerkennen, nicht nur Arbeitsergebnisse. Empirische Befunde deuten darauf hin, dass Wertschätzung alters- und situationsgerecht vermittelt werden sollte. Während ältere Mitarbeitende häufig persönliche Gespräche und Worte der Anerkennung schätzen, legen jüngere Mitarbeitende eher Wert auf häufigere, sichtbare Anerkennung und Zugehörigkeitserleben – was sich in der Praxis auch in gemeinsamer Zeit bzw. Aktivitäten im Team ausdrücken kann.

 „Sprachen der Wertschätzung“ – vier Varianten 

Words of Affirmation: Ein Teammitglied wird in einer E-Mail für gute Arbeit oder für den Umgang mit einer schwierigen Situation gelobt. 

Acts of Service: Ein Kollege bietet an, Routineaufgaben zu übernehmen, damit der andere sich auf ein dringendes Projekt konzentrieren kann. 

Quality Time: Ein gemeinsames Mittagessen ohne Arbeitsthemen oder ein persönliches „Check-in“-Gespräch im Büro. 

Tangible Gifts: Ein Gutschein für ein Lieblingsrestaurant oder kleine Snacks während langer Arbeitsphase 

Kleine Impulse – große Wirkung im Führungsalltag 

Der direkte Einfluss von Feedback und Wertschätzung auf die Arbeitszufriedenheit unterstreicht die Relevanz der beiden Aspekte im Arbeitsalltag. Es wird angenommen, dass Wertschätzung positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden, die Motivation und die Leistung von Mitarbeitenden hat. 

Stärkung von Kompetenzen – Feedback-geben trainieren 

Es gibt viele Möglichkeiten, das Geben und Annehmen von Feedback zu trainieren. Feedbacktrainings können erwiesenermaßen helfen, die Qualität und Umsetzbarkeit von Feedback zu verbessern. Wir bieten Feedbacktrainings sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeitende an. Dabei werden kommunikative und soziale und wahrnehmungsbezogene Kompetenzen geschult, die dazu beitragen, Feedback als motivierendes und entwicklungsförderndes Instrument einzusetzen.

Quellen 

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Gauglitz, R. E. (2019). Feedback and Appreciation at Work (Von Technische Universität Darmstadt, N. Keith & B. Schmitz) [Doktorarbeit, Technische Universität Darmstadt]. https://core.ac.uk/download/pdf/231750983.pdf  

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White, P. & George, G. (2021). How preferences for types of appreciation differ across employee age groups. Strategic HR Review, 21(1), 25–30. https://doi.org/10.1108/shr-11-2021-0053 

 

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