Kristine Heilmann

Kristine Heilmann

Darf man einen Top-Manager „assessen“?

Management Assessments

Unsere Antwort ist eindeutig: Man darf nicht nur, man muss! Je mehr Verantwortung und Entscheidungsmacht ein Manager hat, je mehr er (oder sie!) im Positiven wie Negativen beeinflussen kann, desto wichtiger ist es, zu überprüfen, ob er die nötigen Kompetenzen dafür mitbringt und insbesondere: ob sein Stil – Persönlichkeit, Werte, Führungsstil – zur Organisation passt.

Schwieriger ist allerdings die Frage: WIE sollte man einen Top-Manager “assessen”? Üblich und von allen Seiten akzeptiert sind Gespräche verschiedener Art – von kurzen Telefongesprächen über Mittagessen mit Entscheidungsträgern bis hin zu diagnostischen Interviews. Letztere sind in der Regel hauptsächlich Biographie-orientiert, d.h. der Kandidat berichtet von bisherigen Positionen und ggf. Erfolgen. Ergänzt werden diese Gespräche mitunter durch das Einholen von Referenzen. Im besten Fall hat man durch diese Verfahren einen Einblick in vergangene Leistungen bekommen und getreu des alten Mottos „Vergangenes Verhalten ist der beste Prädiktor für künftiges Verhalten“ gefolgert, dass sich diese auf der neuen Position wiederholen lassen.

Mindestens zwei Denkfehler stecken in dieser schlichten Schlussfolgerung: Erstens wird das in der Vergangenheit erfolgreiche Verhalten nur dann in der Zukunft wieder genauso gezeigt werden können, wenn die Rahmenbedingungen vergleichbar sind, und zweitens könnte das ehemals erfolgreiche Verhalten auf der neuen Position geradezu kontraproduktiv sein, weil es z.B. der Unternehmenskultur nicht entspricht oder nicht zur Strategie, zu den Kunden, zum Geschäftsmodell passt. Die dritte Fehlerquelle schließlich liegt in der Qualität der Gespräche: Gerade Top-Manager sind häufig sehr gut geübt im Darstellen eigener Leistungen – die Kunst besteht immer darin, herauszuhören, welcher Anteil des Erfolges wem oder was zuzuschreiben ist.

Ein gutes Top-Management-Assessment leistet daher mehr, als nur die Vergangenheit mithilfe von Gesprächen zu beleuchten: Es überprüft die Passung des Kandidaten zur neuen Position in einer ggf. neuen Organisation – und zwar mit Verfahren, die aussagefähig und zuverlässig sind und zudem von Top-Managern akzeptiert werden.


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1 Kommentar zu „Darf man einen Top-Manager „assessen“?“

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