TMS im Corona-Jahr

Der Test für medizinische Studiengänge unter Pandemie-Bedingungen

Seit 2007 ist der Test für Medizinische Studiengänge (TMS) Bestandteil des Auswahlverfahrens der Hochschulen. 36 medizinische Fakultäten in Deutschland berücksichtigen die Leistungen im TMS bei der Vergabe von Studienplätzen der Humanmedizin, bei der Vergabe von Studienplätzen der Zahnmedizin sind es 28 Fakultäten. Auch die Pharmazie in Leipzig und die Molekulare Medizin in Ulm setzen den TMS ein, genauso wie zahlreiche Bundesländer für ihre Landarztquoten. Über 16.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben in diesem Jahr an vier Testtagen und unter strengen Hygienevorschriften ihr Bestes, um mit einem guten TMS-Ergebnis ihre Chancen auf einen der begehrten Studienplätze zu erhöhen.

Damit ist der TMS der größte Studieneignungstest im deutschsprachigen Raum. Die dafür nötige Logistik war auch dieses Jahr wieder enorm: Das ca. 11 Tonnen schwere Testmaterial hat gut bewacht insgesamt mehr als 90 000 km zurückgelegt. Dass wir dieses Mammut-Projekt auch im Jahr 2021 unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Pandemie stemmen konnten, war keine Selbstverständlichkeit. Wir sind stolz auf das gesamte Team hinter dem TMS! Möglich wurde das Projekt außerdem dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle in Heidelberg sowie der Stiftung für Hochschulzulassung.

Fachspezifische Fähigkeiten statt Wissensabfrage

Im TMS wird nicht einfach Wissen abgefragt. Der Test besteht aus 9 unterschiedlichen Aufgabengruppen, mit denen Merkfähigkeit, logisches Schlussfolgern und Konzentration geprüft werden. Die Aufgaben sind nachweislich geeignet, um eine sehr gute Vorhersage über den Erfolg im Medizinstudium zu treffen. Damit ist der TMS für die Hochschulen ein effizientes Instrument, um leistungsfähige Studierende zu finden, und das unabhängig von der Abiturnote

Die TMS-Hochschulen beauftragen die zentrale TMS-Koordinationsstelle, die an der Medizinischen Fakultät Heidelberg angesiedelt ist, mit der Organisation und Koordination des TMS. Unsere Aufgaben sind die Entwicklung und Auswertung des TMS im Auftrag der Koordinationsstelle. In jedem Jahr erstellen wir neue Aufgabendrucken die Testhefte, übernehmen die Logistik des Testmaterials, werten den Test aus und überprüfen schließlich die Testgüte. Neue Aufgaben entstehen mit Hilfe von Mediziner*innen und Naturwissenschaftler*innen, die die fachliche Richtigkeit der Inhalte überwachen.

Der TMS Eine logistische Herausforderung

Der TMS – Eine enorme logistische Herausforderung

Das ganze Team packt mit an, um sie zu stemmen.

Schon unter normalen Umständen bedeutet das einen enormen Aufwand. Seit dem vergangenen Jahr gibt es aber statt einem gleich vier Testtermine. Diese Erweiterung war nötig, um die Einhaltung der Hygienevorschriften zu gewährleisten – z. B. führte ein erhöhter Platzbedarf durch Abstandsregeln zu einem größeren Bedarf an Testorten.

Alle Beteiligten mussten die gesamte Logistik hinter dem Test für medizinische Studiengänge umplanen und neu organisieren. Es waren vier verschiedene Testversionen nötig, für jeden der Testtermine eine. Um hier eine Vergleichbarkeit zwischen den Terminen sicherstellen zu können, mussten in diesem Jahr auch konzeptuelle Änderungen an der Auswertungsprozedur vorgenommen werden. Denn seit diesem Durchgang erfolgt die Zuteilung der Teilnehmenden nicht mehr zufällig, sondern die Teilnehmenden können ihren Testtermin selbst wählen. Und natürlich musste der Transport dieser enormen Materialmengen zu den Zielorten koordiniert werden – eine große Herausforderung.

So sah das Hygienekonzept beim TMS aus

Die geltenden Hygienebestimmungen an den Testtagen wurden federführend von der TMS-Koordinationsstelle der Universität Heidelberg erarbeitet. Selbstverständlich schließen sie zunächst die Einhaltung der mittlerweile alltäglichen Grundregeln ein wie Abstand halten, Handhygiene beachten und einen Medizinischen Mund-Nasen-Schutz durchgängig zu tragen.

Darüber hinaus mussten alle Testteilnehmer*innen, aber auch alle anderen Personen, die an der Testdurchführung beteiligt sind, ein negatives Testergebnis vorlegen, ausgenommen Geimpfte 14 Tage nach der 2. Impfung oder nachweislich Erkrankte bis 6 Monate. Zusätzlich gaben alle eine Selbsterklärung zum aktuellen Gesundheitszustand ab, außerdem durften alle Beteiligten nur eigens mitgebrachte Verpflegung verzehren. Auch der Einlass in das jeweilige Gebäude am Teststandort, bei der Registrierung und in den Testraum wurden stärker reguliert und gestaffelt als üblicherweise.

Diese strengen Bestimmungen haben natürlich Auswirkungen auf den Ablauf der Testtage, sodass es in wenigen Fällen zu kleineren Verschiebungen im Zeitplan kommen konnte – die Bearbeitungszeiten der Teilnehmenden für die Testaufgaben blieben dabei aber unverändert. An allen der mehr als 80 Teststandorten ist es dank der engagierten Arbeit des gut geschulten und teils sehr erfahrenen Personals sehr gut gelungen, den TMS auch unter diesen Bedingungen reibungslos durchzuführen.

Gute Studierende können gute Ärzte und Ärztinnen werden.

„Der Test kann ja gar nicht vorhersagen, ob aus den Studierenden gute Ärzte und Ärztinnen werden“ ist eine häufig geübte und zutreffende Kritik. Ein erfolgreich abgeschlossenes Studium ist und bleibt aber nun mal der erste und wichtigste Schritt zum guten Arzt und zur guten Ärztin. An dieser Stelle ist der TMS ein valides, reliables und ökonomisches Instrument. In anderen Projekten arbeiten wir kontinuierlich an der Entwicklung von ergänzenden Verfahren, bei denen die soziale Kompetenz von Bewerberinnen und Bewerbern im Fokus steht. Kluge Köpfe und empathische Menschen sind auch in unseren Augen die Ärzte und Ärztinnen von Morgen. Dieser Überzeugung folgend optimieren wir den Test für medizinische Studiengänge ständig weiter. 

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