Interkulturelle Kompetenz

Es gibt eine mittlerweile unüberschaubare Anzahl an Definitionen und Modellen interkultureller Kompetenz. Deardorff (2006, S. 5) definiert interkultureller Kompetenz beispielsweise als „die Kompetenz, auf Grundlage bestimmter Haltungen und Einstellungen sowie besonderer Handlungs- und Reflexionsfähigkeiten in interkulturellen Situationen angemessen und effektiv zu interagieren.“  In ähnlicher Form verstehen wir interkulturelle Kompetenz als die Fähigkeit mit Menschen aus anderen Kulturen effektiv und angemessen zu kommunizieren und sie auf der Grundlage ihres Wertesystems zu verstehen.

Das ITB Rahmenmodell interkultureller Kompetenz umfasst drei Dimensionen.

  1. „Einstellung und Motivation“ als Grundlage für ein erfolgreiches Arbeiten im interkulturellen Kontext
  2. „Umgang mit sich selbst“ als Kompetenzen, die auf das Individuum selbst bezogen sind
  3. „Umgang mit anderen“ mit Skalen, die sich auf die Interaktion mit anderen beziehen.

Die Kompetenzbereiche umfassen jeweils weitere Unterfassetten:

„Einstellung und Motivation“

  1. Respekt und Wertschätzung für kulturelle Vielfalt
  2. Interesse an und Neugier für interkulturelle Begegnung
  3. Bereitschaft zur Anpassung und Veränderung in interkulturellen Situationen

 „Umgang mit sich selbst“

  1. Belastbarkeit / Stressresistenz in interkulturellen Situationen
  2. Umgang mit Unsicherheit in interkulturellen Situationen
  3. Selbstwirksamkeit / Kontrollüberzeugung
  4. Fähigkeit zur Selbstreflexion in interkulturellen Situationen

 „Umgang mit anderen“

  1. Einfühlungsvermögen / interkulturelle Empathie
  2. Verhaltensflexibilität in interkulturellen Situationen
  3. Kontaktfähigkeit / „Personenorientierung“ in interkulturellen Situationen

In diesem Modell wird interkulturelle als kulturallgemeine Kompetenz verstanden, das heißt als eine Form der interkulturellen Kompetenz, die nicht auf einzelne Länder bzw. Kulturen bezogen ist. Kulturspezifisches Wissen (z. B. Wissen über Verhaltensweisen, Sitten und Gebräuche in einem ganz spezifischen Land) kommt ergänzend hinzu.

Quelle: Deardorff, D. K. (2006). Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselkompetenz im 21 Jh., Bertelsmann-Stiftung.

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