Psychopathen lassen sich erkennen

Schachspieler

Unternehmen sollten ihr positives Menschenbild beibehalten und gleichzeitig destruktiven Managern Grenzen setzen

Die Veranstaltung „Dark-HR versus Bright-HR“ in Köln thematisierte die Bedeutung von düsteren Persönlichkeitseigenschaften, wie Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie. Dem wurden die positiven Aspekte Eigenverantwortung, Ressourcenorientierung und Resilienz gegenübergestellt.

Personalarbeit beschäftigt sich mit Menschen. „Wie ist der Mensch?“ lautet eine der ältesten philosophischen Fragestellungen. Ist der Mensch dem Menschen ein Wolf? Oder ist er von Natur aus gut? Ein Gott? Eine Medizin? Wie aber ist der Mensch aus Sicht der HRler? Die Veranstaltung „Dark-HR versus Bright-HR“ der ITB Consulting zeigte, dass heute die meisten Personal-Verantwortlichen ein positives Menschenbild haben und mit darauf basierenden Hypothesen arbeiten. Personaler gehen in der Regel davon aus, dass Mitarbeiter und Führungskräfte im Normalfall danach streben, sich weiterzuentwickeln, Verantwortung zu tragen und andere zu unterstützen. Deshalb stellt HR Eigenverantwortung, Ressourcenorientierung und Weiterentwicklung der eigenen Stärken in den Mittelpunkt der Personal-Programme.

In ihrem Vortrag „Sonnenkönig 2.0 – Die dunkle Seite der Macht und was wir aus den Vorfällen bei Enron, VW und Co. lernen können“ erläuterte Dr. Carolin Palmer von der Universität Gießen (Lehrstuhl „Psychologische Diagnostik“) anhand von bekannten Unternehmensskandalen (z.B. Lehman Brothers), wie extrem ausgeprägte schädliche Persönlichkeitseigenschaften einzelner Manager eine Unternehmenskatastrophe herbeiführten. In geringer, sozial verträglicher Ausprägung können Persönlichkeitseigenschaften, wie Narzissmus und Machiavellismus, jedoch zum Erfolg beitragen. „Wichtig ist es, Personen mit extremer Ausprägung zu erkennen, um Risiken für das Unternehmen zu minimieren“, so Dr. Kristine Heilmann, geschäftsführende Gesellschafterin der ITB Consulting.

Mit der Erfassung solcher „düsteren“ Persönlichkeitseigenschaften und Maßnahmen für die Verhinderung von Folgeschäden setzte sich Dr. Alexander Zimmerhofer, Gesellschafter der ITB Consulting, auseinander. Laut Zimmerhofer lassen sich solche Eigenschaften zum Beispiel durch Persönlichkeitstests, wie dem ITB-Personality Structure Assessment, und ein strategisch eingesetztes 360 Grad Feedback erkennen.

Im Vortrag „Always look at the bright side! Diagnostik und Personalentwicklung aus der Perspektive von Bright-HR“ stellte Anke Terörde-Wilde, Gesellschafterin der ITB Consulting GmbH dar, welche Auswirkungen ein positives Menschenbild auf Diagnostik und Personalarbeit haben. Sie führte aus, wie „das Gute“ im Menschen mit diagnostischen Instrumenten erfasst werden kann. Als ein Verfahren zur Förderung von selbstverantwortlicher Weiterentwicklung stellte sie exemplarisch die innovativen Systemischen Development Days vor. „Ein positives Menschenbild fördert positive HR-Arbeit“, so Terörde-Wilde.

Der Vortrag „Über-Lebenskünstler im Beruf?! Die sieben Säulen der Resilienz“ von Regina Remy, Beraterin der ITB Consulting,  beschäftigte sich mit Faktoren der seelischen Widerstandskraft von A wie Akzeptanz bis Z wie Zukunftsorientierung. Praxisnah erlebten die Teilnehmer, wie die eigene Resilienz gesteigert werden kann und welche stabilisierenden Auswirkungen diese besonders in Veränderungsprozessen hat. „Resiliente Mitarbeiter eines Unternehmens können Dark-Triad-Manager ausbremsen“, sagte Regina Remy.

Mit unserem Newsletter bleiben Sie auf dem Laufenden