Was uns das Rheinische Grundgesetz über zeitgemäße HR-Arbeit lehrt (Teil 1)

Der Kölner Dom als Symbol für die rheinische Mentalität

ITB hat in seiner jahrzehntelangen Historie Projekte in den verschiedensten Ländern der Welt gestemmt. Unsere Kund:innen sind auch innerhalb Deutschlands vom schönen Süden bis in den hohen Norden verteilt. Und auch wir, die Menschen bei ITB selbst, stammen aus den verschiedensten Ecken. Aber unsere Wege kreuzen sich im malerischen Bonn, wo ITB seinen Unternehmenssitz hat. Wir sind also Wahl-Rheinländer:innen. Ich selbst lebe seit vielen Jahren im Rheinland und bin immer wieder fasziniert von der Lebensfreude und Lockerheit, mit der die Menschen in der Region um Köln ihren Alltag gestalten.

Wieso ich Ihnen das alles erzähle? Weil ich aus der Mentalität im Rheinland viel gelernt habe darüber, wie man das Leben zufrieden und erfolgreich bewältigen kann. Die eine oder der andere von Ihnen wird vielleicht schon vom Rheinischen Grundgesetz gehört haben. In dieser Sammlung mundartlicher Weisheiten ist die Quintessenz der rheinischen Mentalität zusammengeflossen. Daraus lassen sich so einige Erkenntnisse für moderne Personalarbeit ableiten, die sich mit unserer in der Psychologie fußenden HR-Erfahrung wunderbar verzahnen lassen. Und sie passen ebenso gut zu aktuellen Trends, die wir bei Kund:innen wahrnehmen, und die auch 2022 weiter von großer Bedeutung sein werden. Heute möchte ich meine kleine Serie von Beiträgen mit den ersten drei Artikeln des „Grundgesetzes“ beginnen:

Artikel 1: Et es wie et es. („Es ist, wie es ist.“)
Oder: Sieh den Tatsachen ins Auge.

Was ich am Rheinland zuerst kennen und schätzen gelernt habe, ist eine unglaubliche Gelassenheit. Die Dinge sind, wie sie nun einmal sind, und ewiges Beschweren bringt nichts voran. Das ist gerade unter den aktuellen Rahmenbedingungen der Pandemie nicht immer einfach. Im Arbeitskontext bedeutet diese Gelassenheit für mich, auch Unangenehmes oder Ungewohntes hinzunehmen, aber gleichzeitig anzupacken und das Beste daraus zu machen.

Viele unserer Kund:innen berichten vom Trend, dass das Arbeiten selbst sich verändert. Mitarbeitende sind mit starren Strukturen immer weniger einverstanden und fordern flexibles Arbeiten, das die Vereinbarkeit von Privatem und Beruf verbessert. Gleichzeitig fordern sie im Durchschnitt flachere Hierarchien und mehr Vertrauen ein. Die Corona-Pandemie hat dieser Entwicklung einen ordentlichen Anstoß gegeben. Das bringt Unsicherheit und Chancen mit sich. Ändern lässt sich daran nichts, wohl aber bestmöglich damit umgehen und den Schwung nutzen.

Artikel 2: Et kütt wie et kütt. („Es kommt, wie es kommt.“)
Oder: Hab keine Angst vor der Zukunft.

Wie ist sehr flexibles Arbeiten, räumlich und zeitlich, möglich, ohne dass sich die Zufriedenheit oder Produktivität von Teams verändert? Hier sind Führungskräfte gefordert, einerseits ihre Mitarbeitenden und andererseits die zu erledigenden Aufgaben gut im Blick zu behalten. Unsere Erfahrung: Legen Sie explizit Kommunikationskanäle für verschiedene Anlässe fest. Schaffen Sie Raum für den individuellen Austausch mit jedem einzelnen, um niemanden zu vernachlässigen. Und wenn Sie sich mal nicht sicher sind, was jeder braucht: Weniger Hypothesen aufstellen, und mehr fragen. Genauso wichtig sind teamübergreifende Treffen, die dafür sorgen, dass das Teamgefühl bestehen bleibt oder sogar gestärkt wird. Transparente Kommunikation stellt aus unserer Sicht das A und O dar: Sie schafft Sicherheit und sorgt dafür, dass das Zugehörigkeitsgefühl erhalten bleibt.

Wenig überraschen wird Sie auch, dass in den letzten zwei Jahren die Digitalisierung in den meisten Unternehmen einen großen Sprung nach vorne gemacht hat. Das ist kein Anlass zur Sorge vor der Zukunft, sondern Grund zur Freude, denn die Chancen für Unternehmen liegen auf der Hand. Ressourcen wie Reise- oder Heizkosten werden gespart. Arbeitnehmende, die nicht pendeln müssen, sind häufig zufriedener und motivierter, was sich positiv auf die Arbeitsleistung auswirkt.

Schließlich können Sie mit flexiblen und modernen Arbeitsumgebungen Potenzialträger:innen anlocken und sich gegen andere Arbeitgebende durchsetzen. Das kann, im sowieso vorherrschenden Fachkräftemangel, gerade jetzt ein unbedingter Vorteil sein: Befragungen und Studien legen nahe, dass die Pandemie die Wechselbereitschaft vieler Arbeitnehmenden erhöht hat, da sie zum Innehalten und Reflektieren animiert hat.

Artikel 3: Et hätt noch emmer joot jejange. („Es ist bisher noch immer gut gegangen.“)
Oder: Habe Vertrauen.

In Richtung der Aufgabenerledigung ist es wichtig, Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeitenden aufzubauen. Die Sorge, dass Aufgaben nicht erledigt werden, wenn alle im Homeoffice sind, ist meistens unbegründet: Umfragen zeigen, dass die meisten Mitarbeitenden sogar produktiver sind, wenn sie von zu Hause arbeiten. Sie können also darauf vertrauen, dass alles gut oder gar besser laufen wird, sobald Prozesse eingespielt sind. Wenn Sie dieses Vertrauen dann noch sichtbar machen, werden Sie damit viele Mitarbeitende motivieren können. Für diese ist es umgekehrt dann wichtig, sich abzugrenzen und selbstorganisiert dafür zu sorgen, dass bei der Erreichbarkeit aus „9-to-5“ nicht „24/7“ wird. Auch hierbei können Führungskräfte und HR-Fachleute unterstützen.

Zusammengefasst: Manche Rahmenbedingungen sind einfach herausfordernd. Doch nehmen Sie’s rheinisch gelassen: Manches lässt sich nicht ändern und in jedem Wandel liegen Chancen. Vielleicht bringt der Jahreswechsel den Vorsatz mit sich, diese Chancen für Ihr Arbeitsumfeld nutzbar zu machen. Das ITB-Team wünscht hierbei viel Erfolg und einen guten Start ins Jahr 2022!

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